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Hyperkonnectivität eine Sucht?

Hyperkonnectivität eine Sucht?

Es betrifft uns alle! Zwischen Freiwilligkeit und Zwang, wie können wir handeln oder reagieren?

Eine Konferenz in Visp, die auf grosses Interesse gestossen ist

Am 21. April 2026 hat der ZMLP in Zusammenarbeit mit Sucht Wallis im Kultur- und Kongresszentrum La Poste in Visp eine Konferenz zu den Themen Hyperkonnektivität und ständige Verfügbarkeit organisiert.

Rund vierzig Personen kamen zusammen, um sich über diese alltagsrelevanten Themen zu informieren und sich darüber auszutauschen. Die Veranstaltung vermittelte konkrete Einblicke und praktische Hilfsmittel, um digitale Nutzungsgewohnheiten besser zu verstehen und negativen Entwicklungen vorzubeugen. Ein grosses Dankeschön an die anwesenden Mitglieder für ihr Interesse sowie an die Referentin für ihren wertvollen Beitrag.

Ein aktuelles Thema, das uns beschäftigt

Die Expertin beleuchtete die vielfältigen Facetten der Hyperkonnektivität und betonte, dass diese sich in einem Kontinuum bewegt, einem fliessenden Übergang von einer kontrollierten Nutzung bis hin zu risikoreichem Verhalten oder sogar Suchtverhalten.

Digitale Technologien stellen heute wertvolle Ressourcen dar – sie erleichtern den Zugang zu Informationen sowie die Zusammenarbeit und ermöglichen Flexibilität. Eine intensive Nutzung kann jedoch auch unerwünschte Folgen haben:

  • Zunahme von Stress und psychischer Belastung;
  • Konzentrationsschwierigkeiten;
  • körperliche Beschwerden (Sehvermögen, Rücken, Schlaf etc.);
  • Verschwimmen der Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben;
  • implizite Erwartungen einer ständigen Erreichbarkeit.

Phänomene wie Nomophobie (die Angst, vom eigenen Handy getrennt zu sein) oder FOMO (Fear of Missing Out) verdeutlichen diese neuen Formen des sozialen und beruflichen Drucks und verstärken das Bedürfnis, ständig verbunden zu bleiben.

Die Referentin, Valérie Passeraub, zeigte zudem die Auswirkungen der Technologien auf die Arbeitsorganisation auf, insbesondere im Zusammenhang mit der Telearbeit, die sowohl Vorteile (Autonomie, Flexibilität und bessere Vereinbarkeit der Rollen) als auch Herausforderungen (Isolation, Verschwimmen der Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben sowie Überlastung) mit sich bringt.

Prävention, Begleitung und Wiederherstellung des Gleichgewichts

Die Bedeutung von Prävention und Begleitung sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene wurde nachdrücklich betont.

Auf persönlicher Ebene geht es insbesondere darum:

  • sich seiner digitalen Nutzungsgewohnheiten bewusst zu werden;
  • Warnsignale zu erkennen (Erschöpfung, Reizbarkeit und Kontrollverlust);
  • Regulierungsstrategien zu entwickeln (Einschränkung von Benachrichtigungen, bildschirmfreie Zeiten und Stressmanagement).

Auf beruflicher Ebene wurden verschiedene Ansätze aufgezeigt:

  • die Erwartungen hinsichtlich der Verfügbarkeit klären;
  • der Qualität der Arbeit mehr Gewicht geben als der Schnelligkeit der Antworten;
  • das Recht auf Nichterreichbarkeit fördern;
  • gemeinsame Regeln und gute Praktiken festlegen (Charta, Richtlinien und Mitgestaltungsmöglichkeiten).

Letztendlich geht es vor allem darum, ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben zu finden, um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern.

Nützliche Links:

www.addiction-valais.ch

Dokument:

Präsentation der Konferenz

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